2018 Projektvergabe Karupelv III.

Eindrucksvoller ist es im Foto nicht festhalten! Ungebetener Eisbärenbesuch an und in der Forscherhütte und im Materiallager im Karupelv Valley im Nordosten Grönlands. Nicht auszudenken, wenn genau in dieser Zeit das Forschungsteam in seiner Hütte gesessen hätte.

Wie sind solche Aufnahmen möglich? Unsere deutsch-französische Forschergruppe befindet sich je nach Wetter in jedem Sommer zwischen vier und sechs Wochen in dieser außergewöhnlichen Landschaft und ist dann Gast inmitten des „Eisbärenlandes“. In der anderen Zeit sind Wildkameras in versteckter Position außerhalb und  innerhalb der Forscherhütte installiert. Sie reagieren ausschließlich auf Bewegungen und auf plötzliche Temperaturveränderungen. So entstanden eindrucksvolle Bilder in Zeiten der Abwesenheit der Forschergruppe, die wir gerne veröffentlichen.

Eindrucksvoll auch deswegen, weil man kaum besser dokumentieren kann, wie dringend notwendig eisbärensichere Aufenthaltsorte für Forscher und Lagerung des sehr spezifischen Equipments sind.

Die folgenden Bilder zeigen zunächst die Inspizierung eines Eisbären der Forscherhütte von zwei Seiten. Er wurde von der außen installierten Wildkamera aufgenommen.

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Der Schnappschuss schlechthin gelang allerdings mit der innen positionierten Wildkamera! Hier sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

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Die beiden nachfolgenden Bilder zeigen ebenfalls  den ungebetenen und vor allem spektakuären „Einbruch“  von Eisbären ins Materiallager der Forschergruppe.

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Da sich diese Vorfälle gerade in den letzten Jahren häuften, sah sich die örtliche Regierung zum Handeln gezwungen. Grönland steht bekanntermaßen seit 1933 unter der Regierungsverantwortung der dänischen Krone. In ihrer Eigenschaft als oberster Ordnungshüter ist das dänische Militär auch hoch oben in Grönlands Nord-Osten die tonangebende Instanz, wenn es unter Anderem um die Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen  geht. In einem Gebiet, wo großflächig auf fast jegliche Infrastruktur verzichtet werden muss, ist die Stationsverwaltung, die auch zum Teil die Ausrüstungslagerung der deutsch-französischen Grönlandexpedition bewacht bzw. sichert,  die einzig bewohnte Anlaufstation der Forscher.

Die Ausrüstung ist oft spartanisch und bis dato nicht eisbärensicher. Geschlafen wird seitens der Forscher-Crew in mitgebrachten Zelten. Dann gibt es auch noch die zu Forschungszeiten selbsterbaute Schutzhütte. Sie erfüllt gleich viele Funktionen. In Zeiten der 4-6 wöchigen Forschungszeit der Crew dient sie oft als Aufenthaltsort, Wetterschutz, Meeting-point, Poststation, gemeinsame Verpflegungsstation usw. usw. Vor der Abreise der Forscher Crew stellt sich in jedem Jahr die wiederkehrende Frage, ob man dort für die nächste Forschungsreise übrig gebliebene Lebensmittel oder sonstiges Equipment lagern kann. Schließlich muss alles dort manuell selbst mitgebracht werden. Insofern ist jeder doppelte Transportweg  von Equipment, Ausrüstung oder Proviant , teuer und ineffizient.

Daher haben wir in Abstimmung mit dem Lenkungskreis des Forschungsteams in 2018 einen hochwertigen Seecontainer komplett  bezahlt. Aus den Spendengeldern der Stiftung MENSCHEN für EISBÄREN wurde aber nicht nur der Container selbst gekauft, sondern der weit größere finanzielle Part umfasste die Kosten des Transports von Aarlborg in Dänemark per Seeweg nach Island. Die Weiterreise des Containers endete final  per Hubschraubertransport  ins Forschungsgebiet.

Auch hierüber gibt es Bilddokumentationen, die wir unseren Spendern und Stiftungsinteressierten gerne zur Kenntnis geben.

(Mit einem Klick auf das Bild können Sie ein Kurzbericht des Transportes einsehen)

Neben den Schutzzaunprojekten der vorangegangenen Jahre war die Investition des Containers und die Finanzierung des Transportweges von Dänemark in den Nord-Osten Grönlands insgesamt ein außergewöhnliches und spannendes Projekt, das wir begleitet haben. Letztlich haben wir damit wieder mal unsere Stiftungsziele erreicht.

  • Wir haben im Lebensraum des Eisbären investiert.
  • Unsere Investition kommt der Sicherheit des Eisbären und der Menschen vor Ort zu Gute.
  • Wir haben eine nachhaltige Maßnahme unterstützt, so dass die wertvollen und wissenschaftlichen Arbeiten rund um Klimawandel, Tierartenverhalten und Nachzuchtthemen in der Arktis, die dort erforscht werden, auch in den nächsten Jahren weiter stattfinden können.

 

Der Stiftungsvorstand, Bad Homburg v. d. Höhe im November 2018

Stiftung MENSCHEN für EISBÄREN

Volker Henrich                                 Sören Zickermann

(Vorsitzender)                                  (Vorstand Finance)